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Inklusion

wird dies aber auch bei allen kognitiven Beeinträchtigungen. Viele Eltern hoffen, dass ein ganz besonders guter Unterricht und die Anstrengungen innerhalb einer integrativen/inklusiven Schule dazu führen, dass ihr Kind den Anschluss an die Leistungen der anderen Kinder findet und seine Besonderheit oder Behinderung überwindet. Tritt dies nicht ein bzw. wird im Gegenteil mit zunehmenden Alter der Leistungsrückstand zu den anderen Kindern immer deutlicher und unübersehbarer, führt dies zu herben Enttäuschungen, die sich u.U. in Ärger und Vorwürfen gegen die Pädagogen richten.
Integration bzw., Teilhabe innerhalb einer sich als inklusiv verstehenden Schule bedeutet die Bereitstellung eines pädagogischen Rahmens, indem im Idealfall jedes Kind mit all seinen Kompetenzen und Einschränkungen gut aufgehoben ist. Es bedeutet somit die Bereitstellung eines pädagogischen Rahmens für die Akzeptanz von Andersartigkeit und nicht die unablässige Förderung mit dem Ziel der Überwindung von Besonderheiten. Die sich aus den z.T. unbewussten anders lautenden Erwartungen der Eltern ergebenden Konflikte müssen wiederum professionell begleitet und in eine sinnvolle familiäre Auseinandersetzung über die Annahme der Behinderung zurückgeführt werden.

Konzeptioneller Umgang mit Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten
Der letzte Punkt meiner Beschreibung der Hauptbelastungen im Beziehungsgeflecht einer nicht aussondernden Schule, ist der Umgang mit dem Phänomen der Kinder mit emotionalen und sozialen Entwicklungsstörungen. Am Umgang mit dieser Klientel wird sich jede „inklusive“ Schule messen lassen müssen. Um diese Schüler entsteht im schulischen Kontext sehr häufig eine gereizte Energie, die geprägt ist von Gefühlen wie Hilflosigkeit und (berechtigter) Angst vor Versagen bei den Erwachsenen. Diese als äußerst unangenehm erlebten Gefühle werden in der Regel von den oft sehr zahlreichen Beteiligten (Eltern, Pädagogen, Ärzten, Therapeuten, Sozialarbeitern, etc.) dadurch abgespalten, dass sie als Vorwürfe, Ärger und Inkompetenzzuweisungen auf die jeweils anderen projiziert werden. Das Kind versorgt die Erwachsenen dabei (meist unbewusst) mit den entsprechenden Informationen über die „Fehler“ der anderen und entfacht den Sturm der Abwertungen im Erwachsenenkreis immer wieder. Je stärker dieser Sturm tobt, also je mehr sich die verschiedenen Erwachsenen ablehnen, beschimpfen oder abwerten, um so mehr hat das Kind im Zentrum Ruhe, sich mit seinen Symptomen auszubreiten. Diese Ausbreitung beinhaltet auch Dominanzgebaren und Grenzüberschreitungen verschiedenster Form den Mitschülern gegenüber. Die Pädagogen sind also nicht nur gefragt in diesem Spannungsfeld gute Selbst- und Fremdwahrnehmungen zu entwickeln und zu schärfen, sie müssen auch deutlich führend und Grenzen setzend auftreten können. Nur so kann sich das auffällige Kind heilsam entwickeln und die Gruppe mit ihren Bedürfnissen akzeptiert und geschützt fühlen - ein Umstand, der in diesen Zusammenhängen übrigens oft übersehen und vernachlässigt wird.
Um in diesem schwierigen Wirkungsfeld ohne überfordernde Belastungen klar zu kommen, müssen den nicht aussondernden Schulen wirklich kompetente Hilfen zur Seite gestellt werden, die es ermöglichen, alle Beteiligten so zu unterstützen, dass die massiven Auswirkungen dieser Dynamik abgemildert und umgewandelt werden können.
Das ist aus meiner Erfahrung nicht allein durch externe Beratungs- und Unterstützungssysteme wie Ambulanzlehrer oder Schulpsychologische Dienste zu leisten.
Hier müssen konzeptionelle Rahmenbedingungen an den Schulen verankert werden (Becker, 2008). Dazu gehört auch die feste Anbindung von therapeutisch ausgebildeten Lehrern bzw. Sonderpädagogen oder schulerfahrenen psychotherapeutisch ausgebildeten Psychologen.