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Inklusion

ungewohnten Auseinandersetzungen einlässt, können sie zu Reifungsprozessen und zu heilsamen Entwicklungen führen.
Diese Auseinandersetzung mit Aspekten scheinbarer Unvollkommenheit muss in einer nicht aussondernden Schule systematisch und kompetent geführt werden. Trägt man dem keine Rechnung, setzen sich die Selektionsbedürfnisse auf der inneren Ebene durch und führen zu Ausgrenzungen innerhalb der Lerngruppen, des Kollegiums und/oder in der Elternschaft.

2. Die Kooperation von Pädagogen
Lehrer waren im überwiegenden Zeitraum ihrer historischen Entwicklung „Einzelkämpfer“. Sie agierten stets als mehr oder weniger Mächtiger vor einer Gruppe mehr oder weniger Ohnmächtiger. Kooperation bedeutet aber, in seiner alltäglichen Arbeit mit all seinen Brüchen und Widersprüchlichkeiten von anderen Erwachsenen gesehen zu werden. Aus den daraus resultierenden Bewertungen können Kooperationsprobleme entstehen, die sich zum größten Saboteur jeder Institution auswachsen können. Sie sind Beziehungsprobleme deren Ausmaße unberechenbar sein können.
Inklusive Pädagogik ist nur in multiprofessionellen Teams denkbar und die für gute Zusammenarbeit notwendigen Kompetenzen müssen ausgebildet und weiterentwickelt werden.

„Irrtümer“ auf Seiten der Pädagogen
Auch dieser Gedanke sei hier kurz angerissen:
Die Ideologie einer homogenen Lerngruppe, die frontal ausgerichtet ist und im scheinbaren Gleichschritt voranschreitet, nährte Jahrhunderte lang die Fantasie von Pädagogen, es gäbe irgendwann einen Punkt, da müssten alle in einem gewissen Rahmen die gleichen Lernziele erreicht haben. Dokumentiert wird das gemeinhin in Tests, Klassenarbeiten und Zeugnissen. Diejenigen, die diese Ziele nicht erreichen können, stören diese Ideologie und was noch schlimmer ist, sie stören das Selbstbild des Lehrers als „erfolgreicher“ Lehrer. Schüler in erschwerten Lebens- und Lernsituationen, besonders wenn sie kognitiv beeinträchtigt sind, können den allgemeinen Zielen nicht folgen und schaffen damit beim Lehrer auf einer sehr tiefen und meist nicht bewussten Ebene Unzufriedenheit, weil sie ihm ständig den Eindruck ermöglichen, „nicht gut genug zu sein“.
Wenn dieses unangenehme Gefühl nicht in seinem Zusammenhang reflektiert wird, kann es dazu führen, dass es abgespalten und auf die betreffenden Schüler projiziert wird. Dadurch kann es in integrativen Systemen letztendlich doch zu Selektion einzelner Schüler kommen, weil es von den beteiligten Pädagogen als „gescheiterte Integration“ bezeichnet wird, wenn einzelne Kinder nicht irgendwann die Ziele der Klasse erreichen.
Zieldifferenz zu lehren und sie auszuhalten, in dem man sie vom beruflichen Selbstbild abkoppelt, ist für viele Pädagogen ein schwieriger Weg. Er erfordert ebenso professionelle Unterstützung, wie sie die Eltern benötigen, weil es auch auf ihrer Ebene eine Entsprechung gibt.

„Irrtümer“ der Eltern
Für nicht wenige Eltern bedeutet der Besuch ihres behinderten Kindes in einer integrativen Einrichtung die Vorstellung, eines Tages könnte das Kind die Behinderung überwunden haben. Das ist natürlich eher unwahrscheinlich, wenn es sich um eine Sinnesbehinderung wie Blindheit oder Gehörlosigkeit handelt. Aber diese Hoffnung gilt für viele nicht scharf abgegrenzte Zuschreibungen wie die Sprachbehinderung, die in der Tat oft durch gezielte Förderung überwunden werden kann, oder die emotionale und soziale Entwicklungsstörung, die ebenfalls durch umfassende therapeutische Maßnahmen zu beeinflussen ist. Unterstellt