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Inklusion

Bericht im Leibnitz-Journal 2015 über Inklusion in  der Fläming Grundschule
Eine für alle

www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/downloads/Presse/Journal/Bildung16-23_LG_Journal_1_2015 Thema_Eine_fuer_alle_01.pdf

 

Dieser Vortrag wurde erstmalig veröffentlicht in der Fachzeitschrift: Verband Sonderpädagogik e.V. Landesverband Berlin, Sonderpädagogik in Berlin, 2/2010, 5-9

 Drei Mädchen im Rollstuhl spielen mit der PuppenstubeDrei Mädchen im Rollstuhl spielen mit der Puppenstube

 

 

Die drei Mädchen haben Spaß am gemeinsamen SpielDie drei Mädchen haben Spaß am gemeinsamen Spiel


Gelingensbedingungen für eine inklusive Pädagogik

Der folgende Bericht stellt den Versuch dar, aus der Perspektive einer Grundschule mit langjähriger Praxis in der gemeinsamen Unterrichtung aufzuzeigen, welche qualitativen Entwicklungen Schulen durchlaufen sollten, wenn sie möglichst erfolgreich der Idee der Inklusion folgen möchten. Was wie ein geschlossenes Konzept erscheinen mag, sind aus vielfältigen Erfahrungen generierte Bewältigungsstrategien, die sich im schulischen Alltag bewährt haben. Grundlage vieler Handlungsentscheidungen waren und sind die vielseitigen Probleme und Aufgaben, die in einer Institution entstehen, die sich die Aufgabe gestellt hat, wirklich niemanden von der Teilhabe auszuschließen.

Gemeinsamer Unterricht an der Fläming-Grundschule in Berlin
Die Fläming-Grundschule hat als erste Schule in der Bundesrepublik Deutschland 1975 mit der gemeinsamen Unterrichtung von Kindern mit und ohne Behinderungen begonnen. Die Fläming-Schule ist eine vierzügige Grundschule und hat ca. 585 Schülerinnen und Schüler, von denen etwa 60 Kinder teilweise in erheblich erschwerten Lebens- und Lernsituationen aufwachsen. Sie ist damit eine der größten Grundschulen im Berliner Bezirk Tempelhof/Schöneberg, einem Innenstadtbezirk mit hoher Bebauungsdichte. Die Schule ist eine offene Ganztagsschule; außerhalb der Schulzeit können die Kinder im angegliederten Schulhort betreut werden. Unsere Schülerinnen und Schüler kommen aus allen sozialen Schichten. Die Schule ist zwischen 1995 und 97 mit erheblichem finanziellen Aufwand behindertengerecht ausgebaut worden (Errichtung fehlender Therapie- und Teilungsräume, behindertengerechte Sanitäranlagen, zwei Fahrstühle). Der Anstoß für die integrationspädagogische Öffnung der Fläming-Grundschule kam von einer Elterngruppe des Kinderhauses Friedenau. In dieser vorschulischen Einrichtung werden seit 1972 Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam betreut.
Gemeinsam lernen, ein Mädchen im Rollstuhl mit anderen Schüler/innenGemeinsam lernen, ein Mädchen im Rollstuhl mit anderen Schüler/innen





     Schüler/innen im UnterrichtSchüler/innen im Unterricht







Zusammensetzung der Klassen

Heute lernen Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gemeinsam in allen Klassen der Fläming-Grundschule. Der Unterricht und die jeweils spezielle Förderung erfolgen durch Grundschullehrer, Sonderpädagogen und pädagogische Mitarbeiter. Auf jeder der sechs Jahrgangsstufen werden 95-100 Kinder unterrichtet und betreut. Unter den Schülern sind Kinder mit emotional-sozialen Entwicklungsproblemen, Beeinträchtigungen im Lernen, Körper- und Sinnesbehinderungen sowie geistigen- und schwersten Mehrfachbehinderungen. Manchmal sind Kinder fortschreitend erkrankt, so dass es notwendig ist, sich mit der Thematik des Sterbens auseinanderzusetzen und zu überlegen, wie der Umgang mit dem Tod und der Trauer in den pädagogischen Prozess einer Grundschule einzubringen ist.
Wie viele Schülerinnen und Schüler jeweils in einer Klasse sind und von welchem Personal sie begleitet werden hängt davon ab, wie viele Kinder gezielte Förderung erhalten müssen und wie stark dieser Förderbedarf in den verschiedenen Fällen ist. In manchen Klassen sind neben der Klassenlehrerin bzw. dem Klassenlehrer noch ein oder zwei pädagogische Mitarbeiterinnen (meist Erzieherinnen mit heilpädagogischer Zusatzausbildung).